23.09.2018

Rangnicks Leipziger bestehen Charakter-Test: “In der zweiten Hälfte auf alle Fälle“

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  • Rangnick zur Suspendierung von Augustin und Mukiele: „Uns blieb keine andere Wahl“
  • Leverkusens Siegtorschütze Havertz: „Wichtiger für uns alle, dass wir drei Punkte holen“
  • Bobic zum Frankfurter Abseitstor: “Der Linienrichter macht es sich da schwer“
  • Sky Experte Hamann über Augustin: „Extra-Wünsche“ für Zusammenhalt „tödlich“

Wien, 23. September 2018 - Die wichtigsten Stimmen zu den Sonntagsspielen des 4. Spieltages der Fußball-Bundesliga, Bayer 04 Leverkusen – 1. FSV Mainz 05 (1:0) sowie Eintracht Frankfurt – RB Leipzig (1:1) bei Sky Sport Austria HD.

Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig):
... zur Frage, ob die Mannschaft den Charakter-Test bestanden hat: „In der zweiten Hälfte auf alle Fälle. In der ersten Halbzeit haben wir uns noch ein bisschen schwer getan, Zugriff zu kriegen. Durch die Umstellungen in der Halbzeit war das deutlich besser. Zwischen der 46. und 75. waren wir drauf und dran das Spiel komplett zu drehen. Wir hatten durch Timo Werner und Emil Forsberg drei Riesenchancen das 2:1 zu machen. Ich denke, wenn wir in der Phase das Tor schießen, hätten wir das Spiel wahrscheinlich sogar gewonnen. Unter dem Strich war es ein korrektes Unentschieden, was das Chancenverhältnis betrifft. Von daher bin ich über weite Strecken mit der zweiten Halbzeit sehr zufrieden.“

... zum Gegenpressing in Unterzahl vor dem Gegentor: „Natürlich war das keine besonders clevere Idee, weil wir waren in dem Moment gerade für zwei Minuten in Unterzahl, weil Willi Orban draußen behandelt wurde. Deswegen wäre es natürlich besser gewesen, wenn wir kompakt geblieben wären und hätten uns einfach an die Mittellinie zurückgezogen. Dieser eine Mann im Zentrum hat uns dann gefehlt.““

... zu seiner bemerkenswerten Pressekonferenz: „Ich habe gesagt, dass es pervers ist, wenn man bedenkt, dass wir durch halb Europa geflogen sind und sechs Spiele schon in der Vorbereitung gespielt haben und dann Spieler die Vorbereitung auf ein Spiel nicht ernst nehmen, dann ist die Gesamtsituation pervers. Das habe ich gesagt. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber sie wissen ja nicht, was wirklich vorgefallen ist. Ich weiß es und deswegen gab es jetzt auch die Sanktion diese beiden Spieler nicht mit in den Kader zu nehmen. Die Dinge, die da jetzt passiert sind, da brauchst du einen 24-Stunden-Rundumbetreuer, der das dann eventuell verhindert.“

... zur Frage, ob sich der Kreis an Spielern verkleinert hat, auf den er sich verlassen kann (vor dem Spiel): „Nein, so weit würde ich nicht gehen. Wir haben vor Beginn der Saison gemeinsam mit den Spielern einen Verhaltenskodex aufgestellt, der dann natürlich auch gewisse Konsequenzen beinhaltet. Gegen den wurde jetzt verstoßen und zwar nicht nur in einem Fall und deswegen war die logische Konsequenz, dass die beiden nicht im Kader sind. Aber beide haben auch schon in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sehr wertvolle Spieler für uns sind und werden dementsprechend ab morgen wieder dem Kader angehören. Wenn sie dieses Mal den Schuss gehört haben, bleibt es bei dem einen Spiel.“

… zum suspendierten Augustin (vor dem Spiel): „Es kann halt sein, dass manche Spieler ein bisschen länger brauchen, ein bisschen öfter auf die heiße Herdplatte fassen müssen. Das scheint in dem Fall so zu sein, aber nochmal: Wir haben eine Mannschaft, die für ganz klare Regeln steht und deswegen blieb uns in dem Fall auch überhaupt keine andere Wahl.“

Fredi Bobic (Sportvorstand Eintracht Frankfurt):
... zum Abseitstor der Frankfurter: „Es war kein Abseits. Der Linienrichter macht es sich da schwer. Wenn du vorher abpfeifst, vor der Vollendung der Aktion, hast du ein Problem. In der engen Situation hätte der Linienrichter schon zurückziehen müssen und sagen müssen, ich gebe Abseits, aber erst, wenn der Vorgang abgeschlossen ist. So ist es schade für uns, weil es eine super Situation war und eigentlich auch ein schönes Tor.“

... zur EM 2024 als lokaler Botschafter der Bewerbung (vor dem Spiel): „Nervös kann ich nur sein, weil es eine geheime Wahl ist. Das wurde jetzt auch in den letzten Tagen oft diskutiert, geheime Wahlen birgen immer auch Risiken. Nach welchen gutdünken wird entschieden? Wirklich nach dem, was man als Bewerber abgeliefert hat? Aber natürlich kribbelt es. Wir haben eine gute Bewerbung abgegeben. Deutschland würde das einfach gut tun. Ein großes Turnier bei uns im Land. Was gibt es Schöneres? Es wird Zeit.“

Willi Orban (Kapitän RB Leipzig):
… zum Spiel:„In der ersten Halbzeit war Frankfurt einen Tick besser aus meiner Sicht. In der zweiten Hälfte haben wir eine Schippe draufgelegt. Wir hatten die größeren Chancen, aber unter dem Strich ist es ein gerechtes Unentschieden. Wir haben es auch gesagt, dass das heute ein Charakterspiel wird nach der Leistung oder bzw. Nicht-Leistung am Donnerstag. In Frankfurt musst du so eine Leistung erstmal bringen. Klar hätten wir gerne einen Dreier mitgenommen, aber es ist schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.“

… zur Suspendierung von Augustin und Mukiele: „Wir haben klare Regeln in der Gemeinschaft, in der Gruppe. Die beiden haben diese Regeln nicht eingehalten, deswegen war es genau richtig vom Trainer da konsequent zu sein und die zwei jetzt erstmal rauszunehmen aus der Gruppe. Aber wir wollen niemanden ausgliedern, wir haben sowieso einen kleinen Kader. Die Tür steht immer wieder offen für die beiden, aber sie müssen sich an die Regeln halten und an die Werte, die wir in der Gemeinschaf leben.“

Kai Havertz (Torschütze Bayer 04 Leverkusen):
… zu seinem Tor: „Ich freue mich persönlich immer über jeden Treffer. Aber ich glaube, im Moment ist es wichtiger für uns alle, dass wir drei Punkte holen. Das steht im Moment einfach im Vordergrund. Von daher ist es egal, wer die Tore macht.“

...zur aktuellen Situation: „Wir haben uns vor der Saison große Ziele gesetzt und wenn du dann in der Saison gleich drei Niederlagen kassierst, ist das schon ein kleiner Dämpfer. Wir haben uns super zurückgekämpft, haben diese beiden wichtigen Spiele jetzt gewonnen. Jetzt müssen wir einfach positiv nach vorne schauen und einfach Gas geben.“

Heiko Herrlich (Trainer Bayer 04 Leverkusen):
… zum Spiel: „Erste Halbzeit haben wir Fußball gespielt, zweite Halbzeit haben wir Fußball gearbeitet. Insgesamt, denke ich mal, geht das absolut in Ordnung, weil Mainz ja keine richtige hundertprozentige Torchance hatte.“

Sandro Schwarz (Trainer 1. FSV Mainz 05):
... zum Spiel: „Ich glaube, dass das jetzt nichts mit Alter oder Erfahrung zu tun hat. Die eine Situation, in der das Tor gefallen ist, müssen wir besser klären. In der ersten Halbzeit, so ab Minute zwölf, haben wir uns mit den einfachen Ballverlusten selbst den Stecker gezogen. Das war der springende Punkt in der ersten Halbzeit. In der zweiten hatten wir zehn Abschlüsse, in der ersten Halbzeit nur zwei. Das sagt eigentlich schon alles.“

Sky Experte Dietmar Hamann:
... über Leipzigs suspendierte Spieler Augustin und Mukiele (vor dem Spiel): „Wenn der Coach dich öffentlich an den Pranger stellt, dann weißt du, es ist nicht fünf vor Zwölf, dann ist es eine Minute vor Zwölf. Ob jetzt die Leistung am Donnerstag damit zu tun hat, dass die noch am Handy waren, lass ich mal dahingestellt. Wenn du Spieler hast, die sich Extra-Wünsche rausnehmen, ist das für den Zusammenhalt der Mannschaft tödlich. Ich glaube, da hat man Einiges versäumt auf Leipziger Seite. Bezogen auf Augustin, wenn das wirklich schön öfter passiert ist und der letzte Weg, den Rangnick sieht, ist, das öffentlich zu machen, dann kannst du ihm jetzt noch eine Chance geben bis zum Winter. Wenn es bis dahin nicht geht, musst du hoffen, dass einer kommt und ihn dir abnimmt.“

... zu Timo Werner: „Er muss schauen, dass er den nächsten Schritt macht. Bei der Weltmeisterschaft hat er sich bemüht. Es war nicht einfach in der Nationalmannschaft zu glänzen, weil viele andere Probleme da waren. Er muss jetzt schauen, dass er Konstanz in seine Leistungen bringt, Tore macht und den nächsten Sprung macht vom Nationalspieler zum absoluten Topspieler. Von den Anlagen ist es ein Spieler, den wir in Deutschland seit langer Zeit nicht mehr hatten.“


Über Sky Österreich:
Über Sky Österreich: Sky gehört in Österreich mit rund 400.000 Kunden und einem Jahresumsatz von über 170 Millionen Euro (Stand: Juni 2018) zu den erfolgreichsten privaten Fernseh-Unternehmen. Das Programmangebot besteht aus Live-Sport, Spielfilmen, Serien, Kinderprogrammen und Dokumentationen. Sky Österreich mit Sitz in Wien ist Teil von Europas führender Unterhaltungsgruppe Sky plc. 23 Millionen Kunden in sieben Ländern sehen die exklusiven Programme von Sky, wann immer und wo immer sie wollen.

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