11.02.2018

Franz Wohlfahrt: "Es war nicht einschläfernd, es war grausam"

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  • Franz Wohlfahrt: "Ich möchte mit Holzhauser im Februar alles geklärt haben"
  • Gerald Baumgartner: "Es wäre vermessen, wenn wir sagen, dass wir um die vorderen Plätze mitspielen wollen"
  • Thomas Letsch: "Ich bin mit Salzburg voll im Reinen"

Wien, 11.02.2018.
Zu Gast bei „Talk & Tore - Die Tipico Fußballdebatte" waren am Sonntag Austria-Sportdirektor Franz Wohlfahrt, Mattersburg-Trainer Gerald Baumgartner und Ex-Liefering-Coach Thomas Letsch. Hier einige Aussagen des von Martin Konrad moderierten Live-Talks.

Franz Wohlfahrt:

über die schwache Leistung der Austria gegen den LASK: "Es war nicht einschläfernd, es war grausam. Ich bin auch weniger enttäuscht als überrascht. Wir haben eine sehr gute Vorbereitung gemacht und auch sehr viele Gespräche geführt um den Ernst der Situation allen klarzumachen. Wir haben ein gutes Derby gespielt und gingen dann in eine gute Trainingswoche. Ich habe gesehen, dass nicht locker gelassen wurde und ich kann den Trainern überhaupt keinen Vorwurf machen. Sie haben die ganze Woche gepredigt, wie schwierig das Spiel gegen den LASK wird. Es haben außer Florian Klein dieselben Spieler gespielt und jeder Spieler war um fünfzig Prozent weniger da. Ich kann mir das noch nicht erklären, werde aber mit Sicherheit diese Woche den Spielern auch den Raum geben um zu reden. Ich denke, dass das notwendig ist, einmal die Meinung der Spieler zu hören. Das muss aufgearbeitet werden. Ich vermute etwas im Bereich Handlungsdruck. Ich erwarte mir von den Jungs, dass sie dafür bereit sind."

verlangt von seinen Spielern künftig Eigenverantwortung: "Ich will die Leistung des Gegners nicht schmälern. Der LASK hat sehr gut gespielt. Aber ich verlange auch von den Spielern, auch wenn sie jung sind, dass sie taktisch etwas verändern. Dann kann ich eben nicht immer rausspielen oder auf den Seiten Spieler suchen, der unter Druck gesetzt wird. Dass die Innenverteidiger nicht ihren besten Tag haben, habe ich nach sechs Minuten gesehen, dass sie Probleme haben. Man muss einmal flexibel sein und auch einmal über die Vorgaben nachdenken. Ich verlange von jedem Spieler, dass er eine eigene Meinung hat."

über die Vorbereitung in der kommenden Woche auf das Spiel gegen die punktegleichen Mattersburger: "Es ist nicht meine Aufgabe, direkt mit den Spielern zu sprechen sondern mit dem Trainerteam. Ich habe gestern nach dem Spiel schon ein langes Gespräch geführt. Eines ist klar, wir werden jetzt nicht alles auf den Kopf stellen. In einer Situation wo alle unruhig sind, sollte ich ruhig bleiben. Immer gelingt mir das auch nicht. Es ist notwendig, dass man den Jungs erklären muss, dass es ohne hundertprozentigen Einsatz nicht funktioniert. Wir bereiten alles vor, damit es den Spielern gut geht. Ich erwarte mir dann aber auch eine Gegenleistung und nicht solche Täler, wie wir sie diese Saison schon gehabt haben. Diese Leistungsschwankungen sind enorm. Ich erhoffe mir, dass das mit klaren Worten und Analysen besser wird."

sieht keine Differenzen mit Trainer Thorsten Fink: "Wenn es Drucksituationen gibt, ist es auch nur menschlich, dass man hin und wieder woanders die Fehler sucht. In Wirklichkeit war es so, dass es immer Absprachen gegeben hat. Wenn ich Perspektivspieler, wie Lee aus Korea, verpflichte, dann möchte ich im Sinne des Vereines schon selbst entscheiden dürfen. Da muss ich nicht alle fragen ob das geht."

über die Verhandlungen mit Raphael Holzhauser: "Wenn wir uns einigen, dann wird er nicht der teuerste Spieler sein. Wir wollen nocheinmal ein Gespräch führen. Das muss aber früher passieren, weil ich ja ansonsten auch eine vernünftige Alternative finden muss. Ich möchte, dass es im Februar geklärt ist."

Gerald Baumgartner:

über neue Zielsetzungen in Mattersburg: "Es wäre vermessen, wenn wir sagen, dass wir um die vorderen Plätze mitspielen wollen. Wenn wir es erreichen können, dann werden wir es natürlich nehmen. Was den Kader oder das Budget betrifft, sind die Mannschaften vor uns schon um einiges besser aufgestellt. Wir können aber immer die Großen ärgern und das wollen wir auch tun. Wir haben heuer die Situation, dass wir womöglich nicht bis zum Ende gegen den Abstieg spielen müssen. Es ist jetzt eine bessere Ausgangssituation und die wollen wir auch für uns nutzen."

hat den Rauswurf bei der Austria gut verarbeitet: "Ich habe ihm (Anmk.: Franz Wohlfahrt) im Training das eine oder andere Tor geschossen. Vielleicht war er mir da noch aus Urzeiten böse (lacht). Das Geschäft ist beinhart. Wenn du nicht den Erfolg hast, dann bekommst du als Trainer den Stempel drauf und dann wirst du freigestellt. Obwohl es immer Gründe gibt, warum es so ist. Das habe ich für mich analysiert. Im Sommer ist damals der beste Stürmer weggegangen, dann hat es eine Zeit gebraucht, bis wir auf Kurs gekommen sind. Dann haben wir einen Top-Stürmer gehabt, den wir im Winter weggeben haben. Ein paar Spieler waren nicht mehr auf dem Niveau, das wir für unsere Ansprüche gebraucht hätten und einige Spieler wollten ins Ausland gehen. Dann bist du natürlich als Trainer gefragt und auch das schwächste Glied in der Kette."

Thomas Letsch
:

über den verpatzten Frühjahrsstart von Sturm: "Sturm hat einen sensationellen Herbst gespielt. Das war auch wichtig für die Bundesliga, dass diese Mannschaft mindestens mit Salzburg auf Augenhöhe war. Schwierig ist halt, dass Franco Foda lange da war. Dann kam ein neuer Trainer und eine neue Euphorie. Man hatte die Chance, Meister zu werden und namhafte Spieler sind dazugekommen. Der hohen Erwartungshaltung muss man erst gerecht werden. Die Situation ist momentan für alle Beteiligten gar nicht so einfach. Ich glaube, dass man sie nicht abschreiben darf und dass sie noch eine gute Rolle spielen werden."

über seine Beweggründe, Liefering zu verlassen: "Es ist kein Geheimnis, dass ich Ambitionen hatte aufzurücken. Der Verein hat sich anders entschieden und das war für mich ein Zeichen, dass es innerhalb des Vereines nicht mehr weiter geht. Liefering war eine Aufgabe, die mir Spaß gemacht hat, aber ich habe andere Ambitionen. Ich wollte nicht langfristig auf dieser Stufe stehenbleiben. Dann kam die Möglichkeit, nach Deutschland in die zweite Liga zu gehen. Das war die Chance um den nächsten Step zu machen. Und deswegen bin ich diesen Schritt gegangen. Ich bin mit Salzburg voll im Reinen. Es gab auch nie eine Zusage. Ich habe mir große Chancen ausgerechnet. Der Verein hat anders entschieden und Marco Rose macht einen Super-Job. Das gönne ich ihm und Salzburg."



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Montag, 12. Februar, 13.00 Uhr und 15.30 Uhr
Dienstag, 13. Februar, 3.15 Uhr
Mittwoch, 14. Februar, 17.30 Uhr
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