04.11.2018

Ex-BVB-Trainer Doll zur Super League: „Das darf nicht ausarten“

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  • Doll über die Rolle der Bayern: „Könnte mir nie vorstellen, dass Bayern nicht mehr in der Bundesliga spielt“
  • Der frühere HSV-Coach sieht Handlungsbedarf in München: „Kovac braucht einen ganz starken Mann an seiner Seite“
  • Doll zum Schlager zwischen Dortmund und Bayern: „Wir werden ein anderes Bayern-Gesicht sehen“
  • Sky Experte Matthäus zur Super League: „Bayern ist ein Verein, der sich das anhören muss“

Wien, 4. November 2018 - In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. der frühere HSV- und BVB-Trainer Thomas Doll und Lothar Matthäus über aktuelle Themen. Alle Stimmen dazu bei Sky Sport Austria HD.

Thomas Doll (ehemaliger HSV- und BVB-Trainer):
… zur Super League: „Wir müssen wirklich aufpassen im Fußball, in welche Richtung das alles geht. Das darf nicht ausarten, dass sich nur noch alles ums Geld dreht. Dann verliert der Fußball die Glaubwürdigkeit. Ich könnte mir nie vorstellen, dass die Bayern nicht mehr in der Bundesliga spielen könnten. Mit Rummenigge und Hoeneß, die ja aus der Bundesliga kommen.“

… zur Bayern-Krise: „Wir haben alle gedacht, dass jetzt eine Wende kommt. Gerade im Heimspiel gegen Freiburg solltest du dominanter auftreten und das Spiel gewinnen. Da steht viel Arbeit an für Niko. Irgendwas stimmt innerhalb dieser Mannschaft nicht. Alle sind sauer und zeigen es öffentlich. Da sind so viele Sachen intern, die wir alle wahrscheinlich nicht wissen. Es hat sich kein richtiger Stamm herauskristallisiert. Kovac braucht einen ganz starken Mann an seiner Seite. Ich weiß nicht, ob es Hasan Salihamidzic ist.“

… zu Thomas und Lisa Müller: „Ich fand die Reaktion von Thomas Müller richtig gut. Er hat den ganzen Druck rausgenommen. Vor 20 bis 25 Jahren wäre das gar nicht möglich gewesen. Ich habe die Leistung von Thomas Müller gesehen. Er ist ein klasse Fußballer, hat aber in den letzten Wochen keinen guten Fußball gespielt. Ein Trainer, der auch alle Trainingseinheiten sieht, setzt dann mal auf einen anderen Spieler.“

… zum Schlager gegen den BVB: „Die besseren Karten hat der BVB auf alle Fälle, weil sie natürlich auf einer Erfolgswelle schwimmen. Das sieht man auch, wie sie Fußball spielen, wie kompakt sie verteidigen. Die Art und Weise, wie die Siege zustande kommen. Wenn Bayern München am Wochenende dort aufläuft und sich seiner eigenen Stärken wieder bewusst wird, ist Bayern immer in der Lage, ein Fußballspiel dort zu gewinnen. Wir werden ein anderes Bayern-Gesicht sehen als in den letzten Wochen, das ist Fakt.“

… zu seiner persönlichen Zukunft: „Ich hatte auch Anfragen aus der zweiten Liga. Die Bundesliga ist immer interessant und immer eine Option.“

… zur Krise beim VfB Stuttgart und Markus Weinzierl: „Aus Trainersicht kann es nicht schlimmer laufen. Für ihn ist es jetzt ganz wichtig, irgendwie die Kurve zu kriegen. Einfach mal einen Punkt zu holen, ein Tor zu erzielen, das Gefühl zu haben, in einem Bundesligaspiel mitzuhalten. Da muss er jetzt liefern. Mich hat ein bisschen gewundert, dass man sich so schnell vom Trainer verabschiedet hat. Von Korkut, der letzte Saison so eine überragende Arbeit geleistet hat.“

… zur Situation bei Schalke 04: „Letzte Saison hat Schalke auch keinen begeisternden Fußball gespielt. Tedesco und Heidel haben eine gewisse Stabilität reingebracht. Alle haben erwartet, dass sie einen besseren Fußball spielen werden. In der Anfangsphase ist etwas kaputt gegangen, was sie sich in der letzten Saison aufgebaut haben. Tedesco ist von seinem Plan abgewichen. Schalke wird mit diesen Spielern vielleicht auch wieder anfangen, einen besseren Fußball zu spielen. Wenn Schalke sich wieder auf die Stärken beruft, dann ist in dieser Liga noch alles möglich.“

Sky Experte Lothar Matthäus:
… zur Super League: „Wenn so etwas Form annimmt, ist der FC Bayern auch bereit, neue Wege zu gehen. Wenn man Kalle Glauben schenkt, dann ist das verworfen. Bayern ist ein Verein, der sich das anhören und sich Gedanken machen muss. Sie haben keine Entscheidung getroffen, spielen in der Bundesliga und in der Champions League. Da wäre vieles traurig, auch für die Fans. Ich kann mich mit diesem Gedanken nicht anfreunden.“

… zur Bayern-Krise: „Das ist eine Einstellungssache. Die Mannschaften gehen sehr selbstbewusst gegen die Bayern vor, weil sie Schwäche gezeigt haben. Bayern hat zurzeit nicht die Leichtigkeit, den Zusammenhalt, die Aggressivität und die Spielfreude. Auch die Siege gegen Mainz, in Wolfsburg, in Rödinghausen oder gegen AEK Athen waren nicht herausragend herausgespielt. Das waren Arbeitssiege, das ist nicht Bayern München. Ich sehe keinen, der das Ruder in die Hand nimmt. Kovac hat am Anfang der Saison versäumt, eine Hierarchie aufzubauen. Er hat alle gleich gemacht. Vielleicht wäre es besser gewesen, einen Stamm herauszusuchen. Es stimmt das Gesamte nicht. Ich höre von einigen Spielern, dass einige Sachen nicht gemacht worden sind, die die Spieler im Training gerne sehen würden. Niko muss schauen, dass er diese Mannschaft wieder hinter sich bekommt. Es sind andere Spieler, als die, die er vorher trainiert hat. Ich traue es ihm zu. Salihamidzic muss Kovac stärker unterstützen. Mir fehlt das Bindeglied zwischen Kovac und der Mannschaft sowie zwischen Kovac und den Verantwortlichen.“

… zur Instagram-Story von Lisa Müller: „Diese Aussage von Lisa Müller, so ist die Stimmungslage. Es sind die Gespräche zuhause. Dass eben nicht alle Spieler hinter Niko Kovac stehen. Da ist eine Unzufriedenheit da, die Stimmung in der Mannschaft ist zurzeit nicht gut.“

… zum Schlager gegen den BVB: „Das ist ein Schlüsselspiel für den FC Bayern. Bayern ist am Boden und sie müssen wieder aufstehen. Kovac muss jetzt seine 13 bis 14 Spieler finden, die für ihn durchs Feuer gehen und sich den Arsch aufreißen. Die gegen dieses überragende Team von Dortmund zeigt, wer die beste Mannschaft in Deutschland ist. Wenn Bayern verliert, möchte ich nicht in der Haut von Kovac stecken.“

… zur Situation bei Hannover 96 und Schalke 04: „Gegen Hannover gewinnt fast jeder zurzeit. Hannover ist mit diesen Leistungen ein heißer Abstiegskandidat. Sie bringen einfach nicht mehr die Leistung. Schalke hat ein kleines Schrittchen nach vorne gemacht, aber das kann nicht der Anspruch sein. Das ist ganz sicher noch nicht das Schalke, das wir erwartet haben und kennen. Mit dieser Mannschaft muss man offensiver spielen, um erfolgreicher zu sein.“


Über Sky Österreich:
Über Sky Österreich: Sky gehört in Österreich mit rund 400.000 Kunden und einem Jahresumsatz von über 170 Millionen Euro (Stand: Juni 2018) zu den erfolgreichsten privaten Fernseh-Unternehmen. Das Programmangebot besteht aus Live-Sport, Spielfilmen, Serien, Kinderprogrammen und Dokumentationen. Sky Österreich mit Sitz in Wien ist Teil von Europas führender Unterhaltungsgruppe Sky plc. 23 Millionen Kunden in sieben Ländern sehen die exklusiven Programme von Sky, wann immer und wo immer sie wollen.

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