28.05.2019

Alfred Hörtnagl über die finanzielle Situation: „Es war ein Überlebenskampf“

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  • Peter Pacult über Ilzers Austria-Engagement: „Jetzt kommen auch andere Spielertypen“
  • Harald Cerny: „Ich habe für mich entschieden, dass ich nicht der Typ Profitrainer bin“
  • Christoph Peschek bei „Dein Verein“: „Ich bin überzeugt, dass wir in der kommenden Saison eine schlagkräftige Truppe haben“ 
Wien, 27. Mai 2019 – Der Free-to-Air Montag auf Sky: Zu Gast bei „Talk & Tore“ waren am Montag Wacker Innsbrucks Geschäftsführer Sport Alfred Hörtnagl, Hannover-96-Scout Harald Cerny und Peter Pacult, Trainer OFK Titograd.
 
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Alfred Hörtnagl (Geschäftsführer Sport Wacker Innsbruck):
...über die finanziell angespannte Situation bei Wacker Innsbruck in den letzten Jahren: „Wir hatten nur eine Chance: Wir mussten irgendwo frisches Geld herbekommen. Und das ist dann über Transfererlöse gegangen. Und Gott sei Dank hat es dann begonnen, dass wir ab dem Zeitpunkt alle sechs Monate ein bis zwei Spieler, teilweise drei Spieler, transferiert haben, damit wir knallhart einfach überleben. Also meine Aufgabe als Sportverantwortlicher ist ja, eine Mannschaft aufzubauen, eine Mannschaft zu entwickeln, zu schauen, dass Spieler möglichst lange bleiben und eine Mannschaft stark wird. Meine Aufgabe war dann aber letztendlich als Geschäftsführer, dass wir sagen: Hey, wie können wir überleben? Es war ein Überlebenskampf! Und es war dann leider immer so: Wie können wir Einnahmen generieren, damit wir unsere Gehälter und Rechnungen bezahlen können, und erst danach war das Sportliche. Und so haben wir Monat für Monat bzw. alle sechs Monate weitergetan.“
 
...über die Situation in dieser Saison: „Das war ein richtiger Fight. Und wir haben gesagt, das kann aber auf Dauer nicht funktionieren, das kann nur ein Überlebensmodus für einen gewissen Zeitraum sein und wir dann sagen: Jetzt stellen wir das hin und müssen Klartext reden in Tirol. Man muss sich vorstellen, (...) wir haben drei Transfers gebraucht, um in dieser Saison ca. 1,2 bis 1,3 Millionen Euro in ein kleines Plus zu drehen. Das heißt: Wenn diese Transfererlöse zu dem Zeitpunkt nicht gekommen wären, dann wäre der Verein zahlungsunfähig gewesen. Es ist ein unglaublicher Druck da. Wir sind da, um zu überleben, müssen aber auch sportlich erfolgreich sein. Und da drinnen hat sich das bewegt. (...) Selbst wenn wir nicht abgestiegen wären, hätten für die kommende Saison eine Million Euro gefehlt.“
 
...über die Daxbacher-Entlassung: „Fakt ist, dass Karl Daxbacher in Tirol eine hervorragende Arbeit abgeliefert hat und auch als Mensch in die Herzen der Tiroler gekommen ist – das ist gar nicht so einfach. Aber er hat es geschafft und hat eine super Arbeit abgeliefert. Der Respekt und die Wertschätzung für Karl Daxbacher ist riesengroß, aber es ist ein Zeitpunkt gekommen, wo es einfach nicht mehr gut gelaufen ist. Wir haben viele Spiele hintereinander verloren, es war der Zug draußen und wir haben versucht noch einmal einen Reiz zu setzen.“
 
...auf die Frage, ob auch er Fehler gemacht habe: „Natürlich habe ich auch Fehler gemacht. Wahrscheinlich war es so, dass ich zu wenig nah dran war und ich vielleicht auch das Trainerteam  näher unterstützen hätte können.“
 
...über das Verhältnis zwischen WSG Wattens und Wacker Innsbruck: „Ich glaube, das ist nicht zerrüttet, sondern ich denke, dass Diana Langes ganz klare Vorstellungen hat, ein Visionsbild kreiert hat und das ihr großer Traum ist. Und sie sich jetzt die letzten Jahre richtig stark präsentiert im Fußballgeschäft. (...) Und da hat eben jetzt der FC Wacker Innsbruck keinen Platz und sie will das mit der WSG Wattens erreichen.“
 
...über die Zukunft von Wacker Innsbruck: „Es geht darum, dass man eine Positionierung und eine klare Ausrichtung findet. Und ich bleibe dabei, (...) eine Ausbildungsstätte auf hohem Niveau ist einfach Basis. Es gibt kaum mehr eine Mannschaft, die nicht ein Ausbildungszentrum hat und junge Spieler ausbilden kann. Und da muss man ganz einfach sagen: Das haben wir in Tirol ganz einfach verschlafen in den letzten 20 Jahren.“
 
...auf die Frage, ob das Tivoli Stadion auch in der kommenden Saison die Heimstätte von Wacker Innsbruck sein wird: „Ich denke, das ist alles davon abhängig, wie die Ausrichtung ausschaut. Irgendwo in ein kleineres Stadion ausweichen, das kostet auch Geld. Klar, das Stadion hat hohe Kosten, die entstehen: Jedes Training, jedes Büro, jeder Spieltag kostet sehr viel Geld. Aber wenn die Mannschaft in der 2. Liga jetzt bleibt – und so schaut es jetzt derzeit mal aus – dann wird die Mannschaft schon im Stadion spielen.“
 
..auf die Frage, ob er zurücktreten wird: „Ich denke, dass es jetzt nicht um mich geht, ob ich zurücktrete oder nicht, oder was bei mir in Zukunft ist. Das, was ich jetzt auf jeden Fall die nächsten ein, zwei Monate mache – und das war auch der Wunsch von Gerhard Stocker – ist das: Es sind jetzt viele Spieler da, die noch teilweise Vertrag haben, aber jetzt einfach in der 2. Liga nicht mehr spielen wollen. Das heißt, diese Themen müssen jetzt behandelt werden. Das sehe ich jetzt als meine Aufgabe, dass ich das abwickle, damit wir vielleicht auch noch Transfererlöse erzielen können. Und damit wir dann eine junge Mannschaft haben, die konkurrenzfähig ist. Das sehe ich auch als meine Aufgabe als saubere Übergabe. Was auch immer dann passiert, das ist jetzt meine Aufgabe für die nächsten ein bis zwei Monate.“
 
Harald Cerny (Scout Hannover 96)
...über seine derzeitige Arbeit bei Hannover 96: „Ich bin als Scout für Süddeutschland und Österreich tätig – speziell für den Übergangsbereich vom Nachwuchs zu den Profis. Und ich habe zumindest Vertrag bis 30.6. dieses Jahres. Die Zukunft ist noch offen. Der Manager, der mich nach Hannover geholt hat, ist abhanden gekommen – nämlich Horst Heldt. Und darum gehe ich auch davon aus, dass die Verbindung Hannover 96 und Harald Cerny mit 30.6. enden wird.“
 
...über seine Zukunftspläne: „Profitrainer habe ich für mich eigentlich schon relativ früh abgehakt. Der Nachwuchsbereich hat mir riesig Spaß gemacht diese zehn Jahre, es war wirklich ein super schönes Arbeiten mit den Jungs. Aber ich habe da schon relativ früh für mich entscheiden, nicht die Fußballlehrerlizenz oder die Pro Lizenz zu machen. (...) Ich habe für mich entschieden, dass ich nicht der Typ Profitrainer bin und darum habe ich den anderen Weg eingeschlagen. Und momentan macht mir das, was ich im Scoutingbereich mache – auch in der Bandbreite von U17 bis in den Profibereich – riesen Spaß. Und in der Konstellation möchte ich auch in Zukunft weitermachen.“ 
 
...über die Erwartungen an Marco Rose und Alexander Zickler in Deutschland: „Die Erwartungshaltung ist sehr groß. Sie haben in Salzburg großes geleistet und die deutsche Bundesliga ist sicher noch ein bisschen ein anderes Kaliber. Gladbach ist ein Traditionsverein und da ist es in der Rückrunde nicht mehr so gelaufen, wie sie sich das vorgestellt haben. (...) Und ich denke, dass die Erwartungshaltung die ist, dass Rose/Zickler die Mannschaft wieder da hinbringen, wo sie in der Hinrunde waren.“
 
...über die (neuen) Engagements von österreichischen Trainern in Deutschland: „Als Österreicher freut man sich immer, wenn Österreicher in der deutschen Bundesliga sind. Wir müssen immer kämpfen für unser Land und die Fahnen hochhalten – und es ist nicht immer einfach. Wenn Spieler gut performen und wenn sich Trainer anbieten und dann gute Arbeit machen in Deutschland – dann freut einen das natürlich auf alle Fälle als Österreicher.“
 
Peter Pacult (Trainer OFK Titograd)
...auf die Frage, ob es undenkbar sei, dass Wacker Innsbruck und Wattens wieder kooperieren: „Nein, das geht nicht. Das ist, wie wenn du sagst: Rapid und Austria sollen kooperieren! (...) Es würde, glaube ich, nicht funktionieren – allein von der Fankultur. Wobei man sagen muss: Wattens hat ja keine Fankultur.“
 
...auf die Frage, ob er bei OFK Titograd auch nach der Saison bleibt: „Das ist eigentlich so ausgemacht mit dem Präsidenten.“
 
...über mögliche Probleme, die auf Christian Ilzer bei der Austria zukommen könnten: „Er hat in Hartberg tolle Arbeit geleistet, in Wolfsberg vielleicht das Lehrstück gemacht. Jetzt kommt er aber nach Wien – und es kommt Austria. (...) Von der Arbeit her mache ich mir keine Gedanken, die wird er weiterhin so machen können. Aber jetzt kommen eben auch andere Spielertypen... Bis jetzt hat man ihm ja alles – überspitzt gesagt – geglaubt und auch wahrgenommen. Aber jetzt kommt man auf Spielertypen, die vielleicht auch schon ein bisschen was erreicht haben.“
 
...über die Saison von Rapid: „Rapid könnte noch mit einem ganz tiefblauen Auge davonkommen, wenn sie wirklich noch den Europacup-Platz schaffen. Sonst muss man sagen, war es eine mehr als enttäuschende Saison.“
 
...auf die Frage, ob Zoran Barisic die Position als Sportdirektor kann: „Das wird die Zukunft zeigen. Der Verein wird sich was überlegt haben mit dieser Bestellung. Es ist gut für Zoki, dass er wieder im Fußball dabei ist. Es ist wichtig, weil er auch einer ist, der für den Fußball lebt. Alles andere werden dann die nächsten Monate und Jahre zeigen.“
 
Dein Verein
 
Bei „Dein Verein“ konnten Fußballfans wieder spannende Neuigkeiten über ihren Lieblingsklub erfahren. Heute war unter anderem Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek (SK Rapid Wien) bei „Dein Verein“ in der Sendung seines Klubs zu Gast.
 
Christoph Peschek (Geschäftsführer Wirtschaft SK Rapid Wien) bei „Dein Verein“: 
…über die wirtschaftliche Bedeutung einer Europacup-Teilnahme: „Wir haben für die kommende Saison keine Gruppenphase budgetiert und wussten, dass es hier eine gewisse Variabilität gibt, die wir auch entsprechend berücksichtigt haben. Aber lange Rede, kurzer Sinn: Natürlich wäre es schön – sportlich wie wirtschaftlich –, wenn wir dieses Ticket noch lösen.“
 
...über die anstehenden PlayOff-Spiele: „Es werden sicherlich keine Spaziergänge. Es wird gerade gegen Mattersburg wieder ein sehr intensives Spiel, in dem es wichtig ist, dass wir die Zweikämpfe annehmen und dass wir mit der notwendigen Aggressivität und Fokussierung reingehen. Ich bin überzeugt, dass unser Cheftrainer die Burschen optimal vorbereiten wird und sollten wir das gewinnen, dann werden auch die Spiele gegen Sturm Graz sehr intensiv. Für beide Vereine geht es dann um sehr viel.“
 
...über die ersten Tage von Zoran Barisic: „Zoki Barisic hat die erste Woche fabelhaft gemacht und sich wirklich schon intensiv eingebracht. Er versucht das große Ganze weiterzuentwickeln. Er hat natürlich eine sehr spannende und herausfordernde Aufgabe, aber da laufen die Planungen und ich bin davon überzeugt, dass wir in der kommenden Saison eine schlagkräftige Truppe haben, um unser Ziel – zumindest die Top 3 zu erreichen – auch schaffen.“
 
...über die unterschiedlichen Sportdirektoren in den letzten Jahren: „Jeder Mensch hat natürlich seine Zugänge, auch seine Schwerpunkte und Akzente, die er setzen möchte und seine Stärken. Beim Zoki ist es so, dass er das große Ganze sehr gut im Auge hat, dass er ein unglaublich gutes Fußballfachwissen hat und sich daher auch mit dem Trainer sehr gut austauscht. Man merkt in den Gesprächen miteinander, dass da wirklich alles daran gesetzt wird die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen, bei denen auch intensiv diskutiert wird, aber man dann einen gemeinsamen Weg findet.“
 
Über Dein Verein:
„Dein Verein“ bietet den Zusehern immer montags eine kompakte Rückschau auf das Bundesligawochenende sowie einen bislang unbekannten Blick hinter die Kulissen. Jeder der zwölf Klubs der Tipico Bundesliga bekommt eine eigene Ausgabe von „Dein Verein“. Die Ausstrahlung erfolgt immer montags: Die ersten sechs Folgen werden von 18.00 bis 19.30 Uhr ausgestrahlt, die anderen sechs von 21.30 bis 23.00 Uhr. Damit die Fans immer genau wissen, wann sie ihren Lieblingsverein sehen können, hat jeder Klub eine fixe Sendezeit zugewiesen bekommen.
 
Über Sky Österreich
Sky ist einer der führenden Entertainment-Anbieter in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Das Programmangebot besteht aus bestem Live-Sport, exklusiven Serien, neuesten Filmen, vielfältigen Kinderprogrammen, spannenden Dokumentationen und unterhaltsamen Shows - viele davon Sky Originals. Neben dem frei empfangbaren Sender Sky Sport News HD können Zuschauer in Österreich das Programm zuhause und unterwegs über Sky Q und jetzt auch via Sky X sehen. Sky Österreich mit Hauptsitz in Wien ist Teil der Comcast Group und gehört zu Europas führendem Unterhaltungskonzern Sky Limited.
 

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