15.04.2018

Nagelsmann „springt Kovac zur Seite“: Wegen der Gerüchte im Vorfeld „ist die Entscheidungskette nicht mehr so lang“


  • Hoffenheim-Trainer erklärt: „Mein Vertrag wurde auch an einem Tag gemacht“
  • Nagelsmann: „Bobic verliert einen erfolgreichen Trainer, da schreit keiner Hurra“
  • TSG-Coach wiederholt persönliche „Zukunftsvision“: „Bayern steht vielleicht noch ein bisschen über den anderen“ 
  • Sky Experte Hamann: „Niko ist beschädigt“
 

Wien, 15. April 2018 - In „Wontorra – der Fußball-Talk“ sprachen u.a. Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann und Dietmar Hamann bei Sky Sport News HD über aktuelle Themen. 
 
Julian Nagelsmann (Trainer 1899 Hoffenheim) ...
… zur Verpflichtung von Kovac als Bayern-Trainer: „Mein Vertrag wurde auch an einem Tag gemacht – ohne jedes Vorgespräch. Ich möchte dem Niko da schon ein bisschen zur Seite springen, nicht nur weil er ein Kollege ist, ich schätze ihn auch sehr. In seinem Vertrag war scheinbar eine Klausel für Bayern München, das war vielleicht bei der Verlängerung mit Frankfurt noch nicht so konkret, aber in den vergangenen sechs Wochen wird er sich schon seine Gedanken gemacht haben, was passiert, wenn ein Anruf kommt. Dann ist die Entscheidungskette nicht mehr so lang. Die Trainer- und Scoutinggespräche sind heute nicht mehr so an der Tagesordnung wie vielleicht noch vor zwanzig Jahren. Bei Niko Kovac erkennt man ein Konzept. Die Bayern kennen seinen Charakter, weil er bei ihnen gespielt hat. Die Liga ist so transparent, man kann alles beobachten. Grundsätzlich erkennt man am Spieltag bei Niko viel, wenn man die Spiele genau beobachtet. Der FC Bayern weiß, was er bekommt.“ 
… zur Frage, ob er Verständnis für Bobic’ Ärger hat: „Ich will das gar nicht bewerten, weil ich von der Chronologie der Ereignisse keine Ahnung habe. Ich will das nur aus Nikos Sicht ein bisschen schildern. Dass es die Klausel gab, zeigt, dass es schon früh Gedankenspiele gab, falls der FC Bayern anruft. Aber ich will nicht bewerten, ob Bobic zu Recht oder zu Unrecht sauer ist. Natürlich verliert er einen sehr erfolgreichen Trainer, da würde keiner Hurra schreien.“
… zur Identifikation im Fußball: „Ich glaube nicht, dass die Identifikation verloren geht. Niko Kovac ist ja auch noch in Frankfurt. Das ist kein Fußballproblem. Das ist in der Wirtschaft das Gleiche. Wenn ein Unternehmen kommt, das eine rosigere Zukunft verspricht, dann gehen zum Beispiel auch Journalisten zu einem Sender oder einer Zeitung, die mehr bezahlen. Ich finde es alles andere als verwerflich, dass er zu Bayern zieht. Ich finde es eher verwerflich, dass man ihn jetzt so in die Pfanne haut, weil er zu Bayern geht.“ 
… zu seiner Aussage, „Bayern München würde ihn noch ein Stück glücklicher machen“: „Die Aussage würde ich auch heute immer noch so treffen. Da ging es um eine Zukunftsvision. Ich will irgendwann einen ganz großen Klub trainieren. Ich habe da in einem Interview sieben oder acht Vereine aufgezählt und gesagt, der FC Bayern steht vielleicht noch ein bisschen über den anderen, auch weil meine Frau und mein Kind in München sind.“ 
… über die Leistungen seines ehemaligen Spielers Sandro Wagner bei Bayern München: „Ich bin ganz froh, dass er funktioniert. Sonst hätten viele gesagt, dass wir in Hoffenheim etwas falsch gemacht haben. Für ihn ist mit dem Wechsel ein Traum in Erfüllung gegangen. Bei Bayern hat er die Chance, viele Tore zu machen, auch wenn er nicht immer spielt, weil die Mitspieler vielleicht auch ein bisschen besser sind. Dass er mit zur WM will, hat er gestern wieder bekräftigt.“ 
… zur Kritik an der Attraktivität der Bundesliga: „Man muss auch eine destruktive Spielweise anerkennen. Denn es ist auch schwierig in der Bundesliga, weil man für eine attraktive Spielweise selten belohnt wird. Wen du mit einer offensiven Taktik verlierst, liest du am nächsten Tag ‚Nagelsmann wählt blauäugige Teenie-Taktik’. Weniger in Überschriften zu denken, würde vielen gut tun.“
 
Sky Experte Dietmar Hamann ...
… zum Verhältnis zwischen Kovac und Bobic: „Die beiden haben immer gesagt, sie pflegen ein freundschaftliches Verhältnis, deshalb hat er das wahrscheinlich nicht erwartet. Solange er es nicht vom Trainer hört – und das ist die Krux – denkt er, gab es keinen Kontakt. Ich denke, dass das Verhältnis jetzt sehr beschädigt ist. Die Bayern mussten nicht mit Frankfurt Kontakt aufnehmen, weil sie wussten, dass eine Klausel da ist. Wenn Bobic über die Presse erfährt, dass er keinen Trainer mehr hat, dann ist das auch sehr viel persönliche Enttäuschung. Hätte man vor zwei Wochen mit offenen Karten gespielt, wäre das alles im Keim erstickt worden. Deshalb ist Niko irgendwo beschädigt. Ich weiß nicht, ob er noch bis zum Saisonende da ist. Denn ich glaube, das Tischtuch ist zerschnitten. Wenn er im DFB-Pokal rausfliegt, könnte es sein, dass er vorzeitig geht.“ 
… zur Frage, ob Kovac dem Job als Bayern-Trainer gewachsen ist: „Er hatte Luka Modric bei der Nationalmannschaft und hat Kroatien zur WM 2014 geführt. Aber so wie er in Frankfurt trainiert hat – zwei Stunden lang – das wird er in München nicht machen können. Er wird sehr viel lernen müssen, wenn du diese englischen Wochen hast. Du musst eine gewisse Empathie haben, um so eine Frankfurter Mannschaft zu formen und zwei Jahre oben zu bleiben. Aber Bayern München ist etwas anderes. Ich halte ihn für bodenständig und intelligent und traue ihm zu, dass er es packen kann.“
 
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